Oregano

Oregano Thumbles Variety
Die Blätter des Gelblaubigen Oregano (Origanum vulgare "Thumbles Variety") sind vom Früjahr bis in den Frühsommer gelb, färben sich dann aber grün.

Origanum vulgare

Oregano in Küche und Garten

Origanum vulgare hat, ausser Oregano, noch weitere Trivialnamen, wie Echter Dost, Dorst oder Wilder Majoran. Er stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist aber mittlerweile auch bei uns wild wachsend anzutreffen.

Die verwilderten Formen sind aber nicht so aromatisch wie die gezüchteten. Man findet sie an Feld- oder Wegrändern sowie in Halbtrockenwiesen. Bevorzugt in sonnigen Lagen.

Oregano
Wild wachsender Oregano (Origanum vulgare). Er kann von Juni bis Oktober blühen und sogar auf Mauern wachsen, wie das Bild unten zeigt.

Wilder Majoran

Verwendung findet der Oregano hauptsächlich als Gewürzpflanze. Neben ätherischen Ölen enthält er auch Vitamin C. In der Naturmedizin scheint er nur noch gelegentlich zum Einsatz zu kommen. Obwohl ihm schleimlösende und verdauungsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden.

Oregano – Majoran

Beim Majoran handelt es sich um die eigenständige Art Origanum majorana, nicht um eine Form des Oregano – oder umgekehrt.

Oregano schmeckt nicht nur lecker, er sieht auch schick aus, wenn er seine hellrosa Blüten zeigt. Die gerne von Honig- und Wildbienen angeflogen werden. Wie übrigens auch die Blüten von Majoran, Basilikum, Rosmarin und weiteren verwandten Kräutern.

1 Wilder Majoran
Wilder Majoran mit Hornissenschwebfliege.

Oregano Pflege

Obwohl er nicht so trockenheitsverträglich ist wie der Rosmarin oder Thymian, kommt der Oregano mit unserem Klima besser zurecht. Sein Anbau lohnt sich auch aus ökologischen Gründen, er wird nämlich gerne von Hummeln und anderen Wildbienen angeflogen.

Die nachfolgende Anleitung bezieht sich auf die Sorten von Origanum vulgare. Andere Arten können davon abweichende Ansprüche haben.

Origanum vulgare Album
Origanum vulgare „Album“ ist eine weiß blühende Sorte.

Basisinformationen

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: gleichmäßig bis mäßig feucht, etwas Sand, feiner Kies, Lehm
  • Düngen: Komposterde, organischer Gemüsedünger
  • Vermehrung: Stecklinge, Samen
  • Winterhart: ja, je nach Sorte zwischen -10 und -20 °C

Ideal ist ein Standort, der dem Oregano für mindestens 3 Stunden täglich Sonne bietet. Er wächst zwar auch im Halbschatten, das Aroma von sonnig platzierten Exemplaren ist nach meinen Beobachtungen aber intensiver.

Tipp: Topfkräuter aus dem Supermarkt müssen langsam an die direkte Sonne gewöhnt werden. Sie kommen direkt aus dem Gewächshaus, wurden schnell hochgezogen und sind nicht abgehärtet.

An den Boden stellt Origanum vulgare er keine besonderen Ansprüche, er kann etwas Humus, Lehm aber auch Sand oder feinen Kies enthalten. Man hält ihn gleichmäßig bis mäßig feucht, austrocknen oder für längere zeit unter Wasser stehen sollte er nicht.

Damit er gut anwachsen kann, muss die ersten Wochen nach dem Pflanzen regelmäßig gegossen werden.

Extrem magerer Boden lässt sich durch das Einarbeiten von Blumen- oder Komposterde mit Nährstoffen anreichern.

Oregano im Beet
Weiß blühender Oregano im Beet. Im Hintergrund ist eine Schwarznessel zu sehen.

Zum Düngen eignen sich Komposterde oder organischer Gemüsedünger, die man einmal im Jahr verabreichen kann, aber nicht muss. Mein Oregano wuchert schon seit Jahren im Beet, ohne das ich ihn jemals gedüngt hätte.

Die Winterhärte richtet sich nach der jeweiligen Sorte, deren Frostverträglichkeit zwischen -10 und -20 °C liegt. Pauschal lässt sich sagen, dass die buntlaubigen Pflanzen empfindlicher sind als die rein grünen.

Oregano im Topf

Oregano im Topf

Für die Kultur im Balkonkasten oder Kübel, wird am besten eine kompakt wachsende Sorte verwendet, wie zum Beispiel „Compactum“.

Als Substrat eignet sich Gemüse- oder Kräutererde, pur oder mit Sand aufgelockert. Die Mischungen für Blumen- oder Kübelpflanzen enthalten zumeist Kunstdünger.

Während der heißen Sommerwochen kann, vor allem bei großen Exemplaren mit viel Blattmasse, tägliches gießen angesagt sein.

Im Winter wird nur an frostfreien Tagen gegossen. Achtung: Auch gefrorene Erde kann austrocknen.

Oregano vermehren

Die Vermehrung von Oregano und Majoran kann durch Samen und Stecklinge erfolgen. Frisch geschnittene Triebe bewurzeln am besten, man kann aber auch Pflanzen aus dem Kühlregal verwenden.

Oregano Samen

Die Anzucht aus Samen

Beim Oregano handelt es sich um einen Lichtkeimer. Das bedeutet, seine Samen werden nur auf die Erde gelegt, angedrückt, aber nicht damit bedeckt.

Als Substrat eignet sich handelsübliche Anzucht- oder Gemüseerde. Diese Mischungen enthalten in der Regel keine Kunstdünger.

Die Erde hält man feucht aber nicht tropfnass.

Um das Austrocknen der Samen zu verhindern, kann man den Anzuchttopf entweder mit einem Gefrierbeutel abdecken oder ihn ein- bis zweimal täglich besprühen.

Wird er abgedeckt, muss einmal täglich gelüftet werden, damit sich kein Schimmel bildet.

Bei Temperaturen um die 20 °C keimen die ersten Samen nach 4 bis 7 Tagen.

Der Standort für die Aufzucht der Oregano-Sämlinge sollte hell, aber ohne direkte Sommermittagssonne sein. Daran können die Jungpflanzen nach dem Pikieren (Vereinzeln) gewöhnen, wenn sie zwischen 5 und 10 Zentimeter hoch sind.

Oregano Stecklinge
Bis die Stecklinge angewachsen sind, können einige ihrer Blätter vertrocknen.

Stecklinge

Majoran und Oregano mit Stecklingen zu vermehren ist nicht schwierig. Vor dem Pflanzen werden die unteren Blätter entfernt. Als Substrat kann, wie bei der Anzucht aus Samen, Gemüse-, Kräuter- oder Anzuchterde zum Einsatz kommen. Sie hält man die ersten 2-3 Wochen nass und anschließend gleichmäßig feucht.

Bei Temperaturen von 20-25 °C bewurzeln die Stecklinge nach 4 bis 6 Wochen. Der Standort sollte hell, aber ohne direkte Sommermittagssonne sein. An sie können die Jungpflanzen gewöhnt werden, sobald sie neue Blätter ausbilden.

Abdecken muss man den Topf nicht.

Die oben gezeigten Stecklinge stammen übrigens aus dem Kühlregal. Sie haben während der ersten Tage ihre Blätter hängen lassen um sich anschließend wieder zu berappeln.

Werden Schnittkräuter aus dem Supermarkt verwendet, solltem mehrere Triebe gesteckt werden, da nicht alle bewurzeln. Je länger sie dort im Regal lagen, desto niedriger ist die Chance, dass sie anwachsen.

Tipp: Rosmarin, Thymian, Basilikum, Minzen und Melisse können ebenfalls mit Stecklingen vermehrt werden.